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Pilzzucht auf Stroh

Inhaltsübersicht: 

→ Vor dem Anbau gut zu wissen

Welches Stroh kann ich verwenden?

→ Der richtige Standort

Kurzanleitung: So legst du deine Pilzkultur an

→ Rund um die Ernte

→ Häufige Fragen & Antworten 

Downloads & Videos


Vor dem Anbau gut zu wissen

Haltbarkeit

Die Pilzdübel können für bis zu 12 Monate im Kühlschrank zwischengelagert werden. Eine kurzfristige Aufbwahrung (maximal 1-2 Monate) ist auch bei Raumtemperatur möglich.

Anlagezeitpunkt

Idealerweise legst du deine Holz-Pilzkultur im Frühling oder im Spätsommer an. Je nach Region sind auch andere Zeitpunkte möglich, solange in den ersten zwei Monaten nach dem Anlegen kein Frost auftritt.

Vermieden sollte in der Anfangsphase ebenfalls hochsommerliche Hitze und Trockenheit. Am besten berücksichtigst du das schon vorab und planst den Anlagezeitpunkt entsprechend.

Ausreichende Dübelmenge

Es ist zwingend notwendig, ausreichend Pilzdübel zu verwenden, da es andernfalls zu einem Totalausfall der Pilzkultur kommt. Wir empfehlen für eine Packung mit 20 Dübeln einen Strohballen mit 10 kg Trockengewicht.

Die Dübelmenge kann nach Belieben erhöht werden, um das Ausfallrisiko zusätzlich zu senken und die Dauer bis zur Ernte zu verkürzen. Ebenso ist es möglich, die Pilzkultur auf einem größeren Strohballen anzulegen, solange die Anzahl der Dübel äquivalent erhöht wird.

Dauer bis zur ersten Ernte

Für die Pilzzucht auf Stroh braucht es etwas Geduld. Es dauert etwa 6-16 Wochen je nach Witterungsbedingungen und Pilzart, bis der Strohballen mit Myzel durchwachsen ist.

Erst wenn das der Fall ist und geeignetes Wetter herrscht, können die ersten Pilze erscheinen. Wird deine Pilzkultur zum Beispiel im Frühjahr angelegt, so kann es sein, dass der Strohballen zwar schon im Juni mit Myzel durchwachsen ist, erste Pilze aber erst im Spätherbst wachsen, wenn es wieder kühl und feucht ist. Deine Geduld wird mit reichlichen Ernteerträgen über einen Zeitraum von etwa 12 Monaten belohnt.


Welches Stroh kann ich verwenden?

Du benötigst einen hochdruckgepressten Strohballen mit ca. 10 kg Trockengewicht. Achte darauf, das Stroh von einem Bio-Landbaubetrieb zu beziehen. Wurde das Getreide mit Fungiziden behandelt, lassen sich darauf keine Pilze züchten.

Das Stroh solte außerdem gesund und trocken sein. Das erkennst du an der goldgelben Farbe und an festen, nur schwer zerreißbaren Halmen. Muffiges Stroh soltest du nicht verwenden, da es oft bereits von Schimmelpilzen besiedelt ist. Geeignet sind insbesondere Weizen, Roggen oder Gerste – Hafer ist ungeeignet.


Der richtige Standort

Suche dir einen feuchten, schattigen und möglichst windgeschützten Platz im Garten, idealerweise zum Beispiel unter Laubbäumen oder Büschen. Beachte, dass Temperaturen über +38 °C das Myzel abtöten können.

Die Pilzbrut wächst ab etwa +10 °C, am schnellsten bei rund +25 °C. Nach etwa drei Monaten innerhalb dieses Temperaturbereichs ist die Pilzkultur frostfest. 


So legst du deine Pilzkultur an

Schritt 1

Schritt 1

 Das Stroh muss vor dem Beimpfen gut gewässert werden. Tauche den Ballen dafür etwa zwei Tage komplett in Wasser, zum Beispiel in einer Regentonne oder Schubkarre. Alternativ kannst du ihn über mehrere Tage immer wieder gründlich gießen, bis er ausreichend Feuchtigkeit aufgenommen hat. Warmes Wasser beschleunigt die Wasseraufnahme. Ziehe zur Kontrolle einen Büschel aus dem Inneren und winde es: Bilden sich Wassertropfen, ist es feucht genug.

Schritt 2

Schritt 2

Drücke nun mit einem dünnen Besenstiel oder einem ähnlichen Gegenstand etwa 20 Löcher, ca. 20 cm tief, gleichmäßig verteilt in den Strohballen. Stecke jetzt die Dübel ein und drücke sie tief in die Löcher. Verschließe die Löcher anschließend wieder gut mit Stroh, sodass ein direkter Kontakt zwischen Stroh und Dübel besteht. Liegt der Dübel in einem Hohlraum, kann sich das Myzel nicht auf das Stroh übertragen.

Schritt 3

Schritt 3

 Stelle den Strohballen nun an einem geeigneten Standort im Garten auf. Schütze die Pilzkultur am besten von Anfang an vor Schnecken, da sie deine Pilze lieben werden! 

Schritt 4

Schritt 4

Schon ist die Pilzkultur fertig angelegt.

Achte darauf, dass der Strohballen keinen Dauerregen abbekommt, denn zu starke Nässe kann das Myzel abtöten. Schütze die Pilzkultur bei anhaltendem Regen kurzzeitig mit einer Folie. Nur bei der Zucht von Austern- und Limonenpilzen wird empfohlen, die Folie dauerhaft einzusetzen, da es das Wachstum verbessert. Achte hier aber vermehrt auf ausreichende Feuchtigkeit und stich einige Löcher in die Folie, um Luftaustausch zu schaffen. 


Rund um die Ernte

Die Dauer bis zur Ernte hängt von vielen Faktoren ab, liegt aber meist bei 2-5 Monaten. Die Erntewellen dauern etwa 12 Monate an. Für die Bildung von Fruchtkörpern sind milde Temperaturen und hohe (Luft-) Feuchtigkeit nötig.

Erntephasen liegen daher meist in Frühjahr und Herbst. Bitte beachte, dass sich Fremdpilze im Stroh ansiedeln können. Vergewissere dich vor dem Verzehr, dass es sich tatsächlich um den Zuchtpilz handelt! 


Häufige Fragen & Antworten

Kann ich mehrere Pilzsorten auf einem Strohballen anbauen?
Nein, das ist leider nicht möglich, da verschiedene Pilzarten untereinander konkurrieren. Wenn du mehrere Arten auf einem Substrat ansiedelst, kann sich nur eine von ihnen durchsetzen und tatsächlich Fruchtkörper bilden oder es kommt zum Totalausfall.
Du benötigst daher für jede Pilzart einen separaten Strohballen.
Muss ich die Pilzkultur nach dem Anlegen zusätzlich versorgen?
Sobald das Stroh mit den Pilzdübeln beimpft ist, beschränkt sich der aktive Aufwand lediglich auf das Schützen vor übermäßiger Trockenheit oder Nässe. Falls notwendig, sollte die Pilzkultur gegossen bzw. mit einer Folie vor Regen geschützt werden. Empfehlenswert ist zudem, die Kultur vor Schnecken zu schützen
Meist ist es nicht notwendig, den Ballen vor der ersten Ernte zu gießen. Längere Trockenperioden sind eine Ausnahme, denn wenn das Stroh vollständig austrocknet, stirbt das Myzel ab. Orientiere dich hierfür am Inneren des Strohballens, denn die Oberfläche trocknet wesentlich schneller aus!
Wie viel und lange kann ich ernten?
Die genaue Erntemenge hängt von mehreren Faktoren ab. Du kannst dich bei dieser Zuchtmethode jedoch auf reichliche Erträge freuen. Ein Richtwert sind insgesamt etwa 20 % des Ursprungsgewichts von dem Stroh über einen Zeitraum von etwa 12 Monaten. 
Kann ich überprüfen, ob das Anlegen der Pilzkultur funktioniert hat?
Wenn du nach dem Anlegen der Pilzkultur wissen möchtest, ob und wie weit sich das Myzel schon ausgebreitet hat, kannst du den Ballen an den Impfstellen vorsichtig etwas auseinanderdrücken. Das weiß-gelbliche, geflechtartige Pilzmyzel solte dabei gut zu erkennen sein.
Diese Kontrolle schadet dem Pilzwachstum nicht. Allerdings dauert es auch unter idealen Bedingungen mehrere Wochen bis Monate, bis derartige Veränderungen zu sehen sind.
Es wachsen Pilze, aber nicht die, die ich angebaut habe. Hat der Anbau nicht funktioniert?

Besonders in den ersten Wochen und Monaten, in denen sich das Pilzmyzel noch nicht stark ausgebreitet hat, siedeln sich oft schnell wachsende Fremdpilze an und bilden (oft relativ kleine) Fruchtkörper. Das kann passieren und bedeutet nicht, dass das Beimpfen fehlgeschlagen ist.

Entferne die Fremdpilze, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Der eigentliche Zuchtpilz verdrängt das Fremdmyzel mit zunehmender Ausbreitung in der Regel vollständig.


Downloads & Videos

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 ENGLISH VERSION 

Cultivation on straw

Table of contents:

Good to know before you start

Which type of straw can I use?

Choosing the right location

Quick Guide: How to set up your mushroom log

All about harvesting

Frequently asked questions

Download


Good to know before you start

Shelf life

The mushroom plugs can be stored in the refrigerator for up to 12 months. Short-term storage (maximum 1–2 months) is also possible at room temperature.

Best time to set it up

Ideally, you should start your wood mushroom culture in spring or late summer. Depending on the region, other times of year are also possible, as long as there is no frost in the first two months after planting.

You should also avoid high summer heat and drought in the initial phase. It is best to take this into account in advance and plan the planting time accordingly.

Using enough mushroom plugs

It is essential to use sufficient mushroom plugs, as otherwise the mushroom culture will fail completely. We recommend a straw bale with a dry weight of 10 kg for a pack of 20 plugs.

The number of plugs can be increased as desired to further reduce the risk of failure and shorten the time to harvest. It is also possible to grow the mushroom culture on a larger straw bale, as long as the number of plugs is increased accordingly.

Time Until First Harvest

Growing mushrooms on straw requires a little patience. Depending on weather conditions and mushroom type, it takes around 6-16 weeks for the straw bale to become overgrown with mycelium.

Only when this is the case and the weather is suitable can the first mushrooms appear. For example, if your mushroom culture is established in the spring, the straw bale may be overgrown with mycelium by June, but the first mushrooms will not grow until late fall, when it is cool and damp again. Your patience will be rewarded with abundant harvests over a period of about 12 months.


Which type of straw can I use?

You will need a high-pressure compressed straw bale with a dry weight of approx. 10 kg. Make sure you purchase the straw from an organic farm. If the grain has been treated with fungicides, it will not be possible to grow mushrooms on it.

The straw should also be healthy and dry. You can tell this by its golden yellow color and firm stalks that are difficult to tear. You should not use moldy straw, as it is often already colonized by mold. Wheat, rye, or barley are particularly suitable—oats are unsuitable.


Choosing the right location

Choose a moist, shady, and preferably wind-sheltered spot in the garden - ideally under deciduous trees or shrubs. Please note that temperatures above +38 °C can kill the mycelium.

The spawn starts growing from about +10 °C and grows fastest at around +25 °C. After about three months within this temperature range, the mushroom culture becomes frost-hardy.


How to set up your mushroom culture

Step 1

Step 1

 The straw must be well watered before inoculation. To do this, immerse the bale completely in water for about two days, for example in a rain barrel or wheelbarrow. Alternatively, you can water it thoroughly several times over several days until it has absorbed enough moisture. Warm water accelerates water absorption. To check, pull a tuft from the inside and wring it out: if water droplets form, it is moist enough.

Step 2

Step 2

Now use a thin broomstick or similar object to make around 20 holes, approx. 20 cm deep, evenly distributed throughout the straw bale. Insert the mushroom plugs and press them deep into the holes. Then seal the holes well with straw so that there is direct contact between the straw and the plug. If the plug is in a cavity, the mycelium cannot transfer to the straw.

Step 3

Step 3

 Now place the straw bale in a suitable location in the garden. It is best to protect the mushroom culture from snails right from the start, as they will love your mushrooms! 

Step 4

Step 4

That’s it—your mushroom culture is set up!

Make sure that the straw bale is not exposed to continuous rain, as excessive moisture can kill the mycelium. Protect the mushroom culture with plastic sheeting during prolonged periods of rain. Only when cultivating oyster and lemon mushrooms is it recommended to use plastic sheeting permanently, as this improves growth. However, make sure there is sufficient moisture and poke a few holes in the plastic sheeting to allow air to circulate. 


All about harvesting

The time until harvest depends on many factors, but is usually between 2 and 5 months. The harvest waves last for around 12 months. Mild temperatures and high (air) humidity are necessary for the formation of fruiting bodies.

Harvesting therefore usually takes place in spring and fall. Please note that foreign fungi can settle in the straw. Before consumption, make sure that it is actually the cultivated mushroom! 


Frequently asked questions

Can I grow several types of mushrooms on one straw bale?
No, unfortunately this is not possible, as different types of mushrooms compete with each other. If you plant several types on one substrate, only one of them will prevail and actually form fruiting bodies, or there will be a total failure.
You therefore need a separate straw bale for each type of mushroom.
Do I need to care for the mushroom culture after setting it up?
Once the straw has been inoculated with the mushroom plugs, the only active effort required is to protect it from excessive dryness or wetness. If necessary, the mushroom culture should be watered or protected from rain with plastic sheeting. It is also advisable to protect the culture from snails
It is usually not necessary to water the bale before the first harvest. Longer dry periods are an exception, because if the straw dries out completely, the mycelium will die. Check the inside of the straw bale, because the surface dries out much faster!
How much can I harvest, and for how long?
The exact yield depends on several factors. With this cultivation method, however, you can look forward to good harvests. A rule of thumb is a total of about 20% of the straw's original weight over a period of about 12 months.
Can I check whether inoculation worked?
If, after creating the mushroom culture, you want to know whether and how far the mycelium has spread, you can carefully squeeze the bale apart a little at the inoculation sites. The white-yellowish, braid-like mushroom mycelium should be clearly visible.
This check does not harm the mushroom growth. However, even under ideal conditions, it takes several weeks to months before such changes can be seen.
Mushrooms are growing, but not the ones I inoculated. Did it fail?

Especially in the first weeks and months—while the cultivated mycelium is still spreading—fast-growing “wild” fungi may colonize the wood and produce (often small) fruiting bodies. This can happen and does not mean the inoculation failed.

Remove these unwanted mushrooms to prevent further spread. As it expands, the cultivated mushroom usually outcompetes the foreign mycelium completely.


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