Häufige Fragen

Kaum Ertrag an der Kultur – was kann ich tun?

Dass die Pilze nicht wachsen kann mehrere Gründe haben. Meist liegt es an Kleinigkeiten. Wichtig ist, dass die Anleitung zur jeweiligen Kultur genau befolgt wird, hierbei helfen auch die Videoanleitungen auf unserem Youtube-Kanal. Bei der Pilzzucht sind zwei Faktoren besonders wichtig: die Temperatur und die (Luft)-Feuchtigkeit. Bitte vergewissern Sie sich, dass Sie die optimale Wachstumstemperatur für Ihre Pilzkultur haben. Ist es zu warm oder zu kalt für die Kultur, entwickeln sich keine Pilze. Entscheidens ist auch eine hohe (Luft)-Feuchtigkeit (optimal je nach Pilzart bei 70% bis 90%), ohne die sich kein Pilz entwickeln kann. Nutzen Sie deshalb unsere Folienhaube als Gewächshaus. Ist der Wassergehalt im Substrat zu gering, wachsen ebenfalls keine Pilze. Besprühen Sie die Kultur deshalb regelmäßig mit einem Haushaltssprüher.

Wie lange kann ich die Kultur lagern, bevor diese aufgestellt werden muss?

Unsere Kulturen können bei Zimmertemperatur gut eine Woche aufbewahrt werden. Im Kühlschrank oder einem kühlen Raum bei +2°C bis +10°C sind die Kulturen gut vier Wochen haltbar, bevor diese aktiviert werden sollten. Einzige Ausnahme ist die Shiitake—Kultur. Diese muss direkt nach Ankunft aktiviert werden, da sich während dem Transport bereits Pilze auf der Kultur bilden.

Wie lange kann ich von einer Kultur ernten?

Da es sich hier um ein Naturprodukt handelt, kann man das nicht genau sagen. Es können, je nach Kultur und Wachstum zwischen zwei und fünf Erntewellen stattfinden. Erntepausen von bis zu vier Wochen sind normal, in dieser Zeit erholt sich die Kultur. Ist das Substrat stark zusammengesackt und zeigen sich nur noch vereinzelt Pilze, so ist die Kultur erschöpft und kann auf dem Kompost entsorgt werden.

Benötigt die Kultur Licht?

Unsere Fertigpilzkulturen benötigen zumindest so viel Tageslicht, dass Lesen möglich ist. Einzige Ausnahme sind die weißen Champignons und die Steinchampignons, die kein Licht benötigen. Was die Pilze auf keinen Fall mögen ist direkte Sonneneinstrahlung.

Wann und wie wässere ich die Fertigpilzkulturen richtig?

Bilden sich bei Einhaltung aller in der Anleitung beschriebenen Punkte wie Temperatur, Frischluft und Luftfeuchtigkeit, über einen längeren Zeitraum von mindestens sechs Wochen trotzdem keine - oder nur wenig und sehr kleine - Pilze, sollte diese für 24 Stunden in kaltes Wasser (+12° bis max. +18°) getaucht werden. Damit die Kultur gut Wasser aufnehmen kann, sollte sie mit einer Stricknadel, Gabel o.ä. rundherum ca. 100 x angestochen werden. Wobei es völlig egal ist, wie tief Sie einstechen. Die Kultur sollte so beschwert werden, dass sie komplett ins Wasser getaucht ist! Nach dem Tauchen die Kultur ein bis zwei Tage ohne Folienhaube aufstellen, da  sich ansonsten oberflächlich Schimmel bilden könnte. Ist dies trotzdem der Fall, kann dieser einfach mit einem nassen Tuch (evtl. mit Essig) abgewischt werden. Hat die Kultur genügend Feuchtigkeit aufgenommen, was am wesentlich höheren Gewicht leicht festgestellt werden kann, wachsen auch innerhalb der nächsten 8-14 Tage Pilze.

Wie oft und wie lange muss ich die Kultur Lüften

Damit unter der Folienhaube ein kompletter Luftaustausch stattfinden kann, empfehlen wir die Kultur täglich für ca. 5-10 Minuten zu lüften. Hierfür nehmen Sie einfach die Folienhaube ab.

Kann ich die Kultur auf dem Kompost entsorgen?

Wenn die Kultur erschöpft ist und nach längerer Zeit keine Pilze mehr hervorbringt, dann können Sie die Kultur einfach auf dem Kompost entsorgen.

Die Shiitake-Kultur ist ganz braun und es wachsen bereits Pilze im Beutel, soll das so sein?

Die Shiitake-Kultur kommt in den meisten Fällen bereits mit Pilzansätzen bei Ihnen an. Dies ist völlig normal. Das Pilzwachstum wird bei den Shiitake durch Erschütterung, wie sie auch beim Transport vorkommt, angeregt.  Die braune Farbe der Kultur ist ebenfalls normal.  Es zeigt den optimalen Reifezustand, erst dann wachsen nennenswert Pilze!

Nur ein großer Pilz – ist die Kultur kaputt?

Es kann vorkommen, dass sich bei den Champignons zunächst ein einziger Pilz zeigt, der dann sehr groß wird. Das ist aber kein Grund zur Sorge, der Pilz kann ganz normal aberntet und verwendet werden. Dieser Pilz zieht sich die meisten Nährstoffe aus dem Substrat und hindert die anderen Pilze am Wachstum. Nach dem Abernten sollten sich mehrere Pilze auf den Weg machen.
Kleiner Tipp: Lassen Sie die Pilze nicht allzu groß werden und ernten diese rechtzeitig ab. Sollten Sie keine Verwendung für nur einen Pilz haben können Sie diesen klein schneiden und einfrieren, bis weitere Pilze gewachsen sind.

Viele kleine Pilze zeigen sich, diese werden aber nicht größer, verfärben sich braun und sterben ab! Was mache ich falsch?

Sie besprühen entweder zu viel (auf einmal!) oder zu wenig. Beides führt zu diesen Symptomen. Meist wird - aus unserer Erfahrung – zu viel gegossen. Nur in etwa 10% der Fälle zu wenig. Als Faustregel gilt, sind die kleinen etwa erbsengroßen Pilze zu sehen, ganz wenig - höchstens 1 x am Tag - nur mit einem Wasserzerstäuber (Sprayer) vorsichtig fein vernebeln um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Keinesfalls jedoch mit einer Brause gießen, damit sterben die Pilze garantiert ab! Grundsätzlich sollte man stets nach einer Erntewelle so viel (nach und nach, keinesfalls auf einmal) Wasser zugeben wie Pilze geerntet wurden, also z.B. 500gr Pilze = ½ Liter Wasser, da dieses Wasser ja die Pilze zum Wachsen benötigt haben (Champignon bestehen zu über 90% aus Wasser!).

Es wachsen nur ganz wenig Pilze, warum?

Dies kann mehrere Gründe haben. Bitte vergewissern Sie sich, was auf Ihre Kultur zutrifft und handeln dann entsprechend:

  1. Das Mycel (weißes Geflecht) sollte sich gut ausgebreitet haben. Ist dies nicht der Fall lockern Sie die Erde bitte ein wenig auf, verschließen die Kultur nochmals komplett und stellen diese bei Zimmertemperatur ca. 1-2 Wochen auf, damit sich das Mycel weiter ausbreiten kann.
  2. Das Mycel hat sich gut verbreitet, Pilze wachsen aber dennoch nicht? Es ist möglich, dass die Kultur zu warm oder auch zu kalt steht. Champignons bilden sich optimal bei +14° bis +18°. Ist es wärmer als +20° wachsen evtl. am Anfang noch Pilze aber plötzlich keine mehr, oder nur ganz vereinzelte! Steht die Kultur zwischen +12°C und +14°C dauert das Pilzwachstum ca. 6-8 Wochen länger. Unter +12°C werden keine Pilze wachsten.

Kleine Fliegen/Mücken in der Champignon-Kultur. Muss ich die Kultur entsorgen?

Die Mücken riechen das Substrat und werden dadurch angezogen, egal wo Sie die Kultur stehen haben. Der beste Schutz ist die Kultur kühl (was für die Kultur sowieso optimal ist!) bei +12° bis +16° zu lagern. Bei diesen Temperaturen vermehren sich die Mücken langsam bis gar nicht. Ansonsten kann man einen Befall mit dem Staubsauger knapp über dem Substrat recht gut dezimieren oder eine sogenannte Gelbfalle in das Substrat stecken. Dies schadet der Kultur nicht.

Mein Substrat ist ganz weiß, ist das Schimmel?

Das ist völlig in Ordnung. Grundsätzlich ist weißes Geflecht stets der Kulturpilz. Ist die Kultur grün, bzw. grünblau, handelt es sich um Schimmel, der entfernt werden sollte.

Es wächst nur ein Klumpen der gar nicht aussieht wie ein Pilz. Was ist das?

Es handelt sich um eine - für Menschen völlig harmlose - Bakterienkrankheit. Diese tritt sporadisch immer wieder auf und ist für den Laien nicht zu bekämpfen. Sie sollten die befallenen Pilze schon ganz klein komplett (ruhig mit etwas Erde) entfernen. Dabei möglichst sauber arbeiten, um nicht andere Stellen zu infizieren. Oft verschwindet sie wieder. Sollten Sie keinen Erfolg haben – melden Sie sich gerne bei uns.

Es wächst ein großer Kräuterseitling und alle anderen sind ganz klein. Muss ich alle Kräuterseitlinge wie in der Anleitung beschrieben abernten?

In der Regel sollte bei den Kräuterseitlingen die ganze Kultur abgeerntet werden, da die kleinen Pilze sonst verkümmern. Haben sich mehrere Trauben an Pilzen gebildet, so können Sie versuchen nur die Traube mit dem großen Pilz komplett abzuernten und die anderen stehen zu lassen. Die kleinen Pilze können ebenfalls verzehrt werden.

Bei meinen Kräuterseitlingen bilden sich keine Köpfe aus. Was mache ich falsch?

Der Kräuterseitling braucht Licht zum Wachsen. Bilden sich nur die Stiele aber nicht die Hüte aus, so liegt es wahrscheinlich am fehlenden Tageslicht. Stellen Sie die Kultur so auf, dass die Kräuterseitlinge genug Tageslicht erhalten, dann bilden sich auch die Hüte wieder richtig aus.

Die Waga wurde letztes Frühjahr angelegt, es konnten aber noch keine Pilze geerntet, was kann ich tun?

Grundsätzlich ist diese Form des Hobbypilzanbaues sehr ertragssicher. Allerdings gibt es einige Dinge zu beachten, überprüfen Sie bitte was in Ihrem Fall in Frage kommen könnte. Voraussetzung für einen Erfolg ist, dass die Anleitung befolgt wurde. Überprüfen Sie bitte vorab ob das weiße Pilzgeflecht ins Substrat eingewachsen ist. Einfach mit einem Spaten senkrecht einstechen und den Aushub genauestens kontrollieren. Sind weiße, oft sehr feine Pilzfäden zu erkennen, wachsen auch noch Pilze! Auch ein angenehmer Pilzgeruch ist ein positives Indiz. In diesem Fall liegt das Problem mit Sicherheit an Schnecken (siehe weiter unten)! Ist das Substrat grau und riecht muffig ist es abgestorben. In diesem Fall lesen Sie bitte was der Grund sein könnte.

Die Pilzbrut darf keinen (grünen) Schimmelbefall aufweisen, sondern muss hellgelb mit weisen Pilzfäden sein und angenehm nach Wald - (Pilzen) duften. Je nach Pilzart kann die Brut auch ganz weiß wie Quark aussehen, das ist ebenfalls in Ordnung.

Wenn es innerhalb kurzer Zeit (je nach Temperatur 2-3 Wochen) nach dem Anlegen sehr stark, oder sehr lange regnet, kann dies zum Absterben des noch im Wachstum befindlichen Pilzmyzels führen. Optimal ist es die Anlage in diesem Fall vorher abzudecken (z.B. Folie).

Demzufolge ist auch das Gießen der Kultur nur schädlich, da das Pilzmyzel regelrecht erstickt! Erst nach etwa 3 Monaten, wenn also die ersten Pilze zu erwarten sind, sollte die Luftfeuchtigkeit hoch sein. Dies wird optimal mit einer Folienhaube (mindestens 30cm Abstand zur Kultur) oder durch kurzes Besprühen der Umgebung erreicht. Ein ständiges direktes beregnen der Kultur ist eher schädlich. Auch eine möglichst schattige Lage unter Büschen / Bäumen führt zur vorteilhaften hohen Luftfeuchtigkeit. Pilze wachsen auch ohne Gießen, nämlich dann, wenn die Natur für (Luft)-Feuchtigkeit sorgt, exakt wie im Wald!

Schnecken! Bitte sagen Sie nicht Sie haben keine Schnecken! Schnecken lieben Pilze, der Geruch des Pilzmyzels zieht sie an. Und Schnecken kommen genau dann, wenn Sie nicht nach Pilzen schauen, in der Nacht und wenn es regnet! Sie fressen die winzig kleinen Pilzköpfe radikal auf, verschwinden wieder und Sie warten vergeblich! Schützen Sie Ihre Kultur daher vor Schnecken.

Kann ich sämtliches Holz verwenden?

Nein! Grundsätzlich lassen sich Pilze nur auf Laubholz züchten, da bei Nadelholz die Pilzbrut abstirbt. Wobei bis auf den Shiitake, der Eiche, Buche, Erle und Birke bevorzugt, sämtliche Laubhölzer für alle Pilzarten geeignet sind.

Wie lange darf das Holz gelagert sein, damit man es noch mit Erfolg verwenden kann?

Das hängt von mehreren Faktoren ab. Als Faustregel gilt: maximal 6 Monate nach dem Fällen, sollte das Laubholz beimpft werden. Liegt das Holz jedoch in der Sonne und zeigt tiefe Risse, dann muss es vor dem Impfen 1-2 Tage bewässert werden. Grundsätzlich ist Hartholz unempfindlicher als Weichholz, welches schneller von anderen Pilzen besiedelt wird.

Pilzbrut wird aus der sog. Mutterkultur hergestellt. Diese wird - vereinfacht - aus einem kräftigen gesunden Pilz gewonnen, indem ein Gewebestück des Pilzes auf einem Agar-Agar Nährboden aufgebracht wird. Der Nährboden wird in einem Brutschrank bei +25° gelagert und nach einiger Zeit hat sich das Pilzmyzel komplett ausgebreitet. Nun kann diese Mutterkultur wieder überimpft werden. Dies können Holzstäbe sein, mit denen dann die endgültigen Brutunterlagen wie Körner (Getreide), Strohhäcksel, Sägemehl oder Holzdübel weiterbeimpft wird. Dieser ganze Prozess muss unter absolut sterilen Bedingungen ablaufen, da sonst Schimmel alles zerstören würde.
Im Handel erhältlich ist so genannte Substratbrut = Stroh oder Sägemehl, Körnerbrut aus Weizen, o.a. Getreide und Holzstäbchenbrut (auch Dübelbrut genannt), diese werden aus kleinen Laubholzdübeln hergestellt. Grundsätzlich sind alle Brutformen in etwa gleich gut was den Gesamtertrag betrifft. Unterschiede gibt es bei der Empfindlichkeit, der Lagermöglichkeit und der Impfmethode.

Die Stäbchen bzw. Dübelbrut können Sie bei uns auf www.pilzbrut.de erwerben. Die Brut ist gekühlt haltbar bis siehe Aufdruck der Verpackung! Sie ist auch beim Impfen relativ unempfindlich, da das Myzel nicht nur an der Oberfläche haftet, sondern in den Dübel eingewachsen ist. Als Impfmethode beim Laubholz ist nur die Bohrlochmethode geeignet.

Wichtig ist - egal welche Brut verwendet wird - dass sie weiß ist, angenehm nach Pilz duftet und keinerlei Schimmel (grün, blau) zu sehen ist. Lediglich Shiitakebrut bräunt nach einiger Zeit oberflächlich ab, im Inneren ist auch sie stets weiß.