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Gelbstieliger Muschelseitling

Gelbstieliger Muschelseitling im Überblick

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Wissenschaftlicher Name Sarcomyxa serotina
Ältere Synonyme Pleurotus serotinus, Panellus serotinus
Weitere Namen Gelbstieliger Zwergknäueling, Später Seitling
Saison Vor allem Oktober bis März, Hauptsaison meist November bis Februar
Lebensraum Vorwiegend auf abgestorbenem oder geschwächtem Laubholz
Typische Holzarten Unter anderem Buche, Eiche und Erle
Erkennungsmerkmale Olivgrünliche bis gelbbräunliche Hüte, kurzer gelber Stiel mit dunklen Schüppchen, häufig dachziegelartiger Wuchs
Sporenpulver Weißlich
Speisewert Uneinheitlich beurteilt; Geschmack insbesondere bei älteren Exemplaren häufig bitterlich

Der Gelbstielige Muschelseitling (Pleurotus serotinus) ist eine Pilzart, die wie ein kleiner Farbtupfer in die kalte, graue Jahreszeit passt. Mit seinen olivgrünen bis violett-braunen Hüten, die oft leicht schleimig schimmern, und seinem leuchtend gelben Stiel fällt er im Winterwald sofort ins Auge. Er wächst vor allem auf abgestorbenem Laubholz wie Buche, manchmal aber auch auf Birke oder Ahorn. Besonders eindrucksvoll ist, wie er sich in Gruppen oder schichtenartig wie kleine Dachziegel übereinander an den Baumstämmen anordnet – ein echtes Naturkunstwerk.

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Bestimmungsmerkmale des Gelbstieligen Muschelseitlings

Der Gelbstielige Muschelseitling weist mehrere auffällige Merkmale auf, die seine Bestimmung erleichtern, allerdings ist bei der Identifikation wie bei allen Pilzen Vorsicht geboten. Seine muschelförmigen Hüte sind mit 4 bis 10 Zentimetern eher klein und zeigen eine ungewöhnliche Farbpalette.

Die Oberfläche kann bei feuchtem Wetter leicht schleimig wirken, während sie bei Trockenheit eher matt erscheint. Besonders ins Auge fällt sein leuchtend gelber, seitlich angesetzter Stiel, der kurz und manchmal leicht verdreht ist. Die Lamellen an der Unterseite sind blassgelb bis cremefarben und laufen weit am Stiel herab.

Verwechslungsgefahr mit Austernpilzen

Trotz seines auffälligen Aussehens kann er mit dem Austernseitling verwechselt werden, der ebenfalls muschelförmige Hüte bildet und gerne auf totem Holz wächst. Verwechslungsgefahr besteht vor allem auch deshalb, weil die beiden Pilzarten nicht nur bei ähnlichen Witterungsbedingungen in den kalten Monaten sprießen, sondern zudem auch nebeneinander auf denselben Holzstämmen vorkommen können.

Doch es gibt entscheidende Unterschiede: Während der Austernseitling eher blassgrau oder cremefarben ist und einen weißen Stiel hat, zeigt der Gelbstielige Muschelseitling eine deutlich buntere Farbpalette, vor allem durch seinen gelb leuchtenden Stiel. Außerdem ist sein Fleisch fester und oft deutlich zäher, was ihn in der Küche weniger beliebt macht.

Gelbstieliger Muschelseitling oder Austernseitling?

Die Verwechslung mit dem Austernseitling (Pleurotus ostreatus) liegt besonders nahe. Beide Arten wachsen seitlich an Holz, besitzen muschel- bis fächerförmige Hüte und können während der kalten Jahreszeit auftreten. Gelegentlich können beide Arten sogar am selben Stamm gefunden werden.

Bei genauerem Hinsehen gibt es jedoch deutliche Unterschiede.

Merkmal Gelbstieliger Muschelseitling Austernseitling
Wissenschaftlicher Name Sarcomyxa serotina Pleurotus ostreatus
Hutfarbe Häufig olivgrün, gelbgrün bis bräunlich Meist grau, blaugrau bis graubraun
Stiel Gelblich bis safrangelb, häufig mit dunklen Schüppchen Weißlich, teilweise sehr kurz
Lamellen Cremefarben bis ockerfarben und am kurzen Stiel klarer abgesetzt Weißlich bis cremefarben und deutlich am Stiel herablaufend
Hutoberfläche Feucht häufig schmierig bis schleimig Meist glatt
Geschmack Kann insbesondere im Alter deutlich bitterlich werden Mild bis aromatisch
Gattung Sarcomyxa Pleurotus – ein „echter" Seitling

Vor allem der gelbe, häufig dunkel geschuppte Stiel in Verbindung mit den olivgrünlichen Hutfarben ist ein guter Hinweis auf den Gelbstieligen Muschelseitling. Beim Austernseitling ziehen sich die Lamellen dagegen deutlich weiter am Stiel herab.

Weitere Verwechslungspartner

Neben dem Austernseitling gibt es weitere holzbewohnende Pilze mit seitlich angewachsenen oder muschelförmigen Fruchtkörpern.

Orangeseitling

Der Orangeseitling (Phyllotopsis nidulans) fällt durch kräftig gelbe bis orangefarbene Fruchtkörper auf. Er besitzt keinen für den Gelbstieligen Muschelseitling typischen gelben, dunkel geschuppten Stiel und unterscheidet sich außerdem durch seine wesentlich intensivere orange Färbung.

Laubholzknäueling

Auch der Laubholzknäueling (Panus conchatus) wächst muschelförmig an Holz. Seine Fruchtkörper sind jedoch deutlich zäher und können insbesondere jung violette Farbtöne zeigen.

Herber Zwergknäueling

Der deutlich kleinere Herbe Zwergknäueling (Panellus stipticus) wächst ebenfalls büschelig an Holz. Neben seiner geringeren Größe unterscheidet er sich unter anderem durch seinen ausgeprägt herben Geschmack.

Ohrförmiger Weißseitling

Der Ohrförmige Weißseitling (Pleurocybella porrigens) besitzt weiße bis glasig-weiße, meist stiellose Fruchtkörper und wächst typischerweise an Nadelholz. Besonders aufgrund der unterschiedlichen Beurteilung seiner Giftigkeit sollte er nicht mit essbaren Seitlingen verwechselt werden.

Für Speisezwecke gilt wie bei allen Wildpilzen: Eine Bestimmung sollte nicht auf einem einzelnen Merkmal beruhen. Nur eindeutig bestimmte Pilze gehören in die Küche.


Ist der Gelbstielige Muschelseitling essbar?

Der Speisewert des Gelbstieligen Muschelseitlings wird unterschiedlich beurteilt. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie führt Sarcomyxa serotina in ihrer Liste der Pilze mit uneinheitlich beurteiltem Speisewert und weist insbesondere auf den gelegentlich bitteren Geschmack hin.

Junge Fruchtkörper können noch vergleichsweise mild schmecken. Mit zunehmendem Alter wird das Fleisch jedoch zäher und der Geschmack kann deutlich bitterer werden. Kulinarisch besitzt die Art deshalb einen wesentlich geringeren Stellenwert als der Austernseitling. Ältere Angaben, nach denen der Gelbstielige Muschelseitling grundsätzlich giftig oder sogar krebserregend sei, sollten ebenfalls nicht ungeprüft übernommen werden. Der aktuelle fachliche Stand rechtfertigt eine solche pauschale Aussage nicht.

gelbstieliger-muschelseitlingKulinarischer Wert der Gelbstieligen Muschelseitlinge

Der Gelbstielige Muschelseitling ist zwar grundsätzlich essbar, in der Küche aber eine Herausforderung: Sein Fleisch ist fester als das anderer Seitlinge und hat zudem oft eine bittere Note, die je nach Standort und Alter des Fruchtkörpers unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Nur junge Exemplare haben eine angenehme Konsistenz und einen milden Geschmack. Ältere Fruchtkörper hingegen können ledrig oder ungenießbar werden und sollten daher besser stehen gelassen werden.

Als Speisepilz wird der Gelbstielige Muschelseitling allerdings grundsätzlich selten empfohlen, da er häufig als ungenießbar gilt. Wenn er dennoch gesammelt wird, findet er vor allem als Zugabe in Eintöpfen oder Pilzmischgerichten Verwendung. Sein robustes Fleisch sorgt dabei für eine besondere Textur, auch wenn er dem Austernseitling geschmacklich weit unterlegen bleibt.


Ist der Gelbstielige Muschelseitling überhaupt ein Seitling?

Der deutsche Name lässt vermuten, dass der Gelbstielige Muschelseitling zu den eigentlichen Seitlingen der Gattung Pleurotus gehört. Nach heutiger taxonomischer Einordnung ist das jedoch nicht der Fall. Früher wurde die Art tatsächlich als Pleurotus serotinus geführt. Später war auch die Bezeichnung Panellus serotinus gebräuchlich. Der heute akzeptierte wissenschaftliche Name lautet Sarcomyxa serotina. Die älteren Namen tauchen deshalb insbesondere in älteren Pilzbüchern, Datenbanken und Fundmeldungen weiterhin häufig auf.

Der deutsche Name „Gelbstieliger Muschelseitling" ist dennoch weiterhin gebräuchlich. Er beschreibt das Erscheinungsbild des Pilzes recht treffend: Die Fruchtkörper wachsen seitlich am Holz und besitzen einen muschel- bis fächerförmigen Hut. Mit dem Austernseitling (Pleurotus ostreatus) ist der Gelbstielige Muschelseitling also nicht so eng verwandt, wie die deutschen Namen vermuten lassen.

Wann findet man den Gelbstieligen Muschelseitling?

Der Gelbstielige Muschelseitling gehört zu den Arten, deren eigentliche Saison erst beginnt, wenn bei vielen anderen Pilzen bereits Schluss ist. Seine Fruchtkörper erscheinen vor allem während der kalten Monate. Erste Funde sind häufig bereits ab Oktober möglich. Die Hauptsaison liegt meist zwischen November und Februar, bei geeigneter Witterung kann die Art aber bis in den März hinein gefunden werden.

Der wissenschaftliche Artname serotina weist ebenfalls auf dieses späte Erscheinen hin. Für Pilzsucher ist die Art deshalb besonders interessant, weil sie gemeinsam mit Austernseitling, Samtfußrübling und anderen kälteverträglichen Pilzen die Pilzsaison bis weit in den Winter hinein verlängert. Frostige Temperaturen schließen einen Fund nicht grundsätzlich aus. Entscheidend ist vielmehr, ob zwischen den Frostperioden ausreichend milde und feuchte Bedingungen für die Bildung neuer Fruchtkörper vorhanden sind.

Wo wächst der Gelbstielige Muschelseitling?

Der Gelbstielige Muschelseitling ist in erster Linie ein Holzzersetzer. Er besiedelt überwiegend abgestorbenes beziehungsweise stark geschwächtes Laubholz und hilft dabei, das darin gespeicherte organische Material abzubauen.

Besonders häufig wird die Art an Buche, Eiche und Erle gefunden. Sie kann jedoch ein deutlich größeres Spektrum an Laubgehölzen besiedeln und tritt wesentlich seltener auch an Nadelholz auf. Typische Fundorte sind feuchte Laub- und Mischwälder. Gerade an liegenden Stämmen, alten Baumstümpfen und geschwächtem Holz lohnt sich während der kalten Jahreszeit ein genauer Blick. Die Fruchtkörper stehen häufig nicht einzeln. Mehrere Hüte können dicht übereinander wachsen und dadurch einen auffälligen dachziegelartigen Verband bilden.


Gelbstieligen Muschelseitling erkennen

muschelseitlingDer Gelbstielige Muschelseitling besitzt mehrere Merkmale, die in Kombination eine gute Abgrenzung zu ähnlich wachsenden Holzpilzen ermöglichen. Die muschel- bis fächerförmigen Hüte erreichen meist einige Zentimeter Durchmesser. Besonders charakteristisch ist ihre variable Färbung: Je nach Alter, Feuchtigkeit und Standort können grüngelbliche, olivgrüne, gelbbraune oder rötlich-olivfarbene Töne auftreten.

Bei feuchtem Wetter kann sich die Hutoberfläche schmierig bis schleimig anfühlen. Junge Fruchtkörper besitzen häufig einen deutlich eingerollten Hutrand. Auf der Unterseite befinden sich dicht stehende, zunächst cremefarbene und später eher creme- bis ockerfarbene Lamellen. Das auffälligste Merkmal befindet sich jedoch am Ansatz zum Holz: Der kurze, seitlich sitzende Stiel ist gelblich bis safrangelb gefärbt und häufig mit kleinen dunkleren beziehungsweise bräunlichen Schüppchen besetzt.

Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick

Hut: muschel- bis fächerförmig, häufig olivgrün, gelbgrün bis bräunlich

Stiel: kurz und seitlich, gelblich bis safrangelb, häufig mit dunkleren Schüppchen

Lamellen: cremefarben bis ockerfarben

Wuchs: einzeln, büschelig oder häufig dachziegelartig übereinander

Substrat: überwiegend abgestorbenes beziehungsweise geschwächtes Laubholz

Saison: auffällig spät im Jahr – vor allem vom Herbst bis in den Winter

Warum wächst der Gelbstielige Muschelseitling so spät im Jahr?

Der Gelbstielige Muschelseitling ist an niedrige Temperaturen besonders gut angepasst. Während die Fruchtkörper vieler typischer Sommer- und Herbstpilze mit sinkenden Temperaturen verschwinden, beginnt für diese Art gerade dann ihre wichtigste Fruchtungszeit. Das verschafft dem Pilz einen besonderen Platz unter den Winterpilzen Mitteleuropas. Gemeinsam mit Arten wie Austernseitling und Samtfußrübling zeigt er, dass die Pilzsaison keineswegs mit dem ersten Frost grundsätzlich beendet ist.

Wer auch im November, Dezember oder Januar im Wald nach Pilzen Ausschau hält, hat deshalb gute Chancen, den Gelbstieligen Muschelseitling an feuchtem Laubholz zu entdecken.