Häufige Fragen: Pilzdübel

Damit auf Holzstämmen oder Strohballen Pilze wachsen, müssen Sie mit dem Myzel in den Pilzdübeln beimpft werden. Die Dübel werden dafür einfach in Löcher im Holz bzw. Stroh gesteckt. Wie Sie dabei genau vorgehen sollten, ist in unserer Anbau-Anleitung beschrieben. Zusätzliches Vorwissen oder Know-How ist nicht notwendig.

Die Dübel können bei Zimmertemperatur für einige Monate zwischengelagert werden. Im Kühlschrank bei +2°C bis +6°C können die Pilzdübel für bis zu ein Jahr aufbewahrt werden. 

In den ersten zwei Monaten nach dem Beimpfen sollte die Pilzkultur keinem Frost ausgesetzt sein. Falls ein Gewächshaus entsprechend geschützt ist, ist der Anbau dort ganzjährig möglich. Im freien Garten empfehlen wir, die Pilzkultur zwischen März und Oktober anzulegen.

Wählen Sie für die Pilzzucht einen feuchten, schattigen und möglichst windgeschützten Platz im Garten. Direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden. 

Die Pilzdübel sind – je nach Pilzart – nur für die Zucht auf Holz oder Stroh vorgesehen. Wenn diese Zuchtmethode deshalb für Sie nicht umsetzbar ist, können Sie alternativ auch unsere Pilzbeet-Sets zurückgreifen. Hierbei ist das ideale Substrat bereits im Set enthalten, sodass der Pilzanbau im Garten auch ohne Holzstämme oder Strohballen gelingt.

Nein, das ist leider nicht möglich, da verschiedene Pilzarten untereinander konkurrieren. Wenn Sie mehrere Arten auf einem Substrat ansiedeln, kann sich nur eine von ihnen durchsetzen und tatsächlich Fruchtkörper bilden. Sie benötigen daher für jede Pilzart ein separates Substrat.

Erste Pilze zeigen sich erst, wenn das Holz bzw. Stroh mit Myzel durchwachsen ist. Bei Stroh dauert es etwa 6-16 Wochen, bis das der Fall ist. Bei der Pilzzucht auf Holz benötigt das Myzel etwa ein Jahr (bei Weichholz) bzw. zwei Jahre (bei Hartholz). Fruchtkörper bilden sich erst nach dieser Zeit und ausschließlich bei den jeweils notwendigen Wachstumstemperaturen. 

Wenn das Holz bzw. Stroh beimpft ist, beschränkt sich der Aufwand lediglich auf das Schützen der Kultur vor übermäßiger Trockenheit oder Nässe. Falls notwendig, sollte die Pilzkultur gegossen bzw. mit einer Folie vor Regen geschützt werden. Empfehlenswert ist zudem, die Kultur vor Schnecken zu schützen.

Die genaue Erntemenge hängt von mehreren Faktoren ab. Sie können sich bei dieser Zuchtmethode jedoch auf reichliche Ernteerträge freuen. Ein Richtwert sind insgesamt etwa 20 % des Gewichts von dem beimpften Holz bzw. Stroh. Bei der Zucht auf Stroh wachsen die Pilze verteilt über etwa 12 Monate, bei der Zucht auf Holz sogar über einen Zeitraum von etwa 3-5 Jahren. 

Damit die Pilzzucht gelingt, muss das Pilzmyzel das Substrat zügig durchwachsen, um zu verhindern, dass sich andere Organismen ausbreiten. Wenn zu wenig Pilzdübel verwendet werden, kann dies im schlimmsten Fall zu einem vollständigen Ausbleiben der Ernte führen.

Wir empfehlen, eine Packung mit 20 Pilzdübeln für ein Rundholz mit einem Durchmesser von etwa 20-40cm und einer Länge von 30-40cm zu verwenden. Wählen Sie für den Shiitake am besten Knüppelholz mit einem Durchmesser von 10-25cm und 1m Länge. Bei der Zucht auf Stroh reichen 20 Pilzdübel für einen Strohballen mit etwa 10kg Trockengewicht aus. 

Besonders in den ersten Wochen und Monaten, in denen sich das Pilzmyzel noch nicht stark ausgebreitet hat, siedeln sich oft schnell wachsende Fremdpilze an und bilden (oft relativ kleine) Fruchtkörper. Das kann passieren und bedeutet nicht, dass das Beimpfen fehlgeschlagen ist.

Entfernen Sie die Fremdpilze hartknäckig, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Der eigentliche Zuchtpilz verdrängt das Fremdmyzel mit zunehmender Ausbreitung in der Regel vollständig.

Pilzzucht auf Holz

Der Anbau ist nur auf Laubholz möglich. Nadelgehölz ist für die Pilzzucht nicht geeignet.

Die Pilze bevorzugen jeweils bestimmte Holzarten. Diese sind: 

  •  Shiitake: Eiche, Buche, Kastanie, Erle, Birke, Ahorn, Kirsche
  •  Limonenpilz und Austernpilz: Buche, Obstgehölz, Birke, Pappel, Weide
  •  Toskanapilz: Pappel, Buche, Eiche, Weide, Birke
  •  Hericium: Ahorn, Buche, Eiche
  •  Reishi: Buche, Birke, Eiche, Erle, Esche, Pappel
  •  Enoki: Ahorn, Buche, Birke, Eiche, Erle, Esche, Linde 

Grundsätzlich ist die Zucht aber auch auf anderen Laubholzarten möglich. 

Das hängt von mehreren Faktoren ab. Als Faustregel gilt: maximal 6 Monate nach dem Fällen sollte das Laubholz beimpft werden. Liegt das Holz in der Sonne und zeigt schon tiefe Risse, dann muss es vor dem Impfen 1-2 Tage bewässert werden.

Grundsätzlich ist Hartholz unempfindlicher als Weichholz, welches schneller von anderen Pilzen besiedelt wird.

Ob sich das Myzel bereits ausgebreitet hat, lässt sich einfach überprüfen. Dies ist erkennbar, wenn im Bereich der gebohrten Löcher und an der Stirnseite das weißliche Pilzgeflecht sichtbar ist. Wenn das Holz bereits durchwachsen ist, zeigen sich bei den geeigneten Witterungsbedingungen auch bald erste Fruchtkörper.

Pilzzucht auf Stroh

Sie benötigen einen hochdruckgepressten Strohballen mit einem Trockengewicht von ungefähr 10kg. Wichtig ist, dass das verwendete Getreide nicht mit Fungiziden behandelt wurde, da die Pilzzucht andernfalls nicht gelingt.

Wir empfehlen daher, das Stroh bei einem Bio-Landbaubetrieb zu besorgen. Der Strohballen sollte gesund und trocken sein. Ideale Sorten sind unter anderem Weizen, Roggen und Gerste. Hafer ist für die Pilzzucht ungeeignet. 

Ob sich das Myzel bereits ausgebreitet hat, lässt sich einfach überprüfen, indem der Ballen in der Nähe der Impfstellen auseinandergedrückt wird. Hier sollten die weißen Pilzfäden erkennbar sein.

Wenn das Stroh bereits durchwachsen ist, zeigen sich bei den geeigneten Witterungsbedingungen auch bald erste Fruchtkörper.

Entweder handelt es sich hier um einen Fremdpilz oder um eine Verwechslung. Wie Sie am besten mit Fremdpilzen umgehen, können Sie weiter oben bei "Es sind andere Pilze gewachsen. Hat der Anbau nicht funktioniert?" nachlesen. 

Bei Braunkappen kommt es allerdings auch oft zu einer Verwechslung. Es gibt nämlich zwei Pilzarten, die unter dem Namen „Braunkappe“ bekannt sind. In der Fachsprache ist mit dem Namen der Kulturträuschling (Stropharia rugosoannulata) gemeint, im Volksmund kennt man aber auch den Maronen-Röhrling (Imleria badia) als Braunkappe. Mit unseren Pilzdübeln züchten Sie den Kulturträuschling – einen Pilz mit Lamellen. Der Maronen-Röhrling ist ein reiner Wald-, kein Zuchtpilz.